Kaffeesiegel, Teil 3: UTZ Certified

Willkommen beim dritten Teil der Artikelreihe über Kaffeesiegel. Heute stelle ich dir UTZ Certified vor. Wie schon in den vorherigen Artikeln zeige ich dir, wofür das Siegel steht, wie die Zertifizierung der Farmen abläuft und worauf man bei diesem Siegel achten muss.

Was ist UTZ Certified und wofür steht es?

Die Idee für das Projekt UTZ Certified entstand in den 1990er Jahren und wurde von Nick Bockland, einem Kaffeefarmer in Guatemala, und Ward de Groote, einem niederländischen Kaffeeröster entwickelt. Mit dem Projekt soll erreicht werden, dass ein nachhaltiger Anbau und bessere Zukunftsaussichten für die Farmer und deren Familien ermöglicht wird. Die Produktpalette dieses Nachhaltigkeitsprojekts umfasst Kaffee, Tee und Kakao. UTZ arbeitet mit der verarbeitenden Industrie in Partnerschaften zusammen. Beim Rohstoff Kaffee unter anderem mit Tchibo, Dallmayr und Lavazza.

Die Markteinführung fand 2002 unter dem Namen UTZ Kapeh statt. 2007 wurde das Siegel in UTZ Certified umbenannt. Dieses Projekt wird finanziell unterstützt von Nationale Postcode Loterij, Dutch Sustainable Trade, Hivos, Euromonitor, Irish Aid, Ford Foundation, sowie Agentschap NL.

Anforderungen und Zertifizierung von UTZ Certified

UTZ – zertifizierte Farmen müssen unter anderem folgende Anforderungen erfüllen:

  • hohe Qualität der Anbaumethoden
  • qualitativ hochwertiges Management in der Landwirtschaft
  • sichere und gesunde Arbeitsbedingungen für die Feldarbeiter
  • keine Kinderarbeit
  • Umweltschonung
  • Rückverfolgbarkeit durch die gesamte Lieferkette der Produkte bis zum einzelnen Farmer

Für die verschiedenen Produkte gibt es außerdem noch weitere produktspezifische Standards, die einzuhalten sind. Die Standards werden unabhängig durch Dritte innerhalb des Anbaulands kontrolliert. Die Erstzertifizierung kostet für eine Kooperative von mehreren Farmen ca. 2250 Euro und gilt für ein Jahr. Die Überprüfung der Standards erfolgt jährlich.

Kritik an UTZ Certified

Wie im vorherigen Abschnitt erwähnt sind auch bei UTZ die Kosten für die Zertifizierung pro Kooperative sehr hoch, wenn man die Kosten mit den jährlichen Einkommen der Farmer in den Anbauländern vergleicht. Damit liegt dieses Nachhaltigkeitsprojekt auf dem gleichen Niveau, wie Rainforest Alliance  oder Fairtrade. Eine Recherche der Zeitschrift Ökotest aus dem Jahr 2013 stuft UTZ außerdem zum Großteil als „unfair“ ein, da die Farmer für ihre Rohstoffe keine zusätzliche Prämie erhalten, die in soziale Projekte investiert werden kann. Ein Artikel der Zeit vom 28. August 2014 zum Thema fairer Handel gibt an, dass der Anteil von UTZ-zertifizierten Rohstoffen im Endprodukt ist abhängig vom jeweiligen Rohstoff ist. Bei Schokolade zum Beispiel liegen die Anteile des nachhaltig produzierten Kakaos im Endprodukt teilweise bei weit unter 30 %. Dennoch darf das Endprodukt das Siegel tragen. Da in den produzierenden Ländern zum Teil die zertifizierten und unzertifizierten Rohstoffe zusammen verarbeitet werden und eine Trennung anschließend nicht mehr möglich ist, kann es auch vorkommen, dass sich keine zertifizierten Rohstoffe im Endprodukt befinden.

Bei beiden Beispielen handelt es sich um Endprodukte mit Kakao. Als Konsument kommt die berechtigte Frage auf, ob sich dies beim Kaffee mit UTZ-Siegel ebenso verhält. Bei meinen Recherchen habe ich leider nichts herausfinden können.

Weitere Informationen zu UTZ Certified findest zu auf der Seite www.utzcertified.org/de.

Im nächsten Artikel der Reihe stelle ich dir die Alternativen zu diesen bekannten Siegeln vor, Direct Trade und den Cup of Excellence.

Ich wünsche dir eine wunderschöne Woche.

Deine Meike

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