Kaffeesiegel, Teil 5: Der Versuch eines Fazits

In den letzten vier Artikel der Reihe habe ich dir die bekanntesten Kaffeesiegel auf dem Markt, sowie zwei Alternativen vorgestellt. Zeit für ein Fazit, was angesichts der Komplexität des Themas und des ganzen Kaffeemarktes eine Herausforderung darstellt.

Ein Siegel ist besser als kein Siegel?

Von den drei größten Kaffeesiegeln (Fairtrade, Rainforest Alliance und UTZ Certified) ist mir Fairtrade am sympathischsten, da es in der Außenwirkung das transparenteste der drei Siegel ist und auch die strengsten Auflagen für den Anbau des Rohkaffees hat. Nichtsdestotrotz sind die finanziellen für die Farmer und Kooperativen höher als das durchschnittliche Jahreseinkommen der jeweiligen Länder. Immerhin ist bei Kaffee mit dem Fairtrade-Siegel garantiert, dass 100 % Fairtrade-Kaffee drin ist. Bei Rainforest Alliance und UTZ Certified ist dies zu bezweifeln, wenn es sich bei diesen Siegeln für Kaffee ähnlich verhält wie bei Kakao. Den Anteil von zertifiziertem Kaffee in Packungen mit dem entsprechenden Siegel habe ich in meinen Recherchen leider nicht herausfinden können. Für mich ein weiterer Minuspunkt. Ob ein Siegel besser ist als keines? Ehrlich gesagt bin ich mir da nicht so sicher. Der Ansatz mag gut gemeint sein, doch sind mir alle drei Siegel zu sehr auf den Bedarf des Massenmarkts ausgerichtet. Die Qualität des Kaffees ist zweitrangig.

Und die Alternativen?

Bei den vorgestellten Alternativen Cup of Excellence und Direkthandel steht, anders als bei den Siegeln, die auf Umweltschonung, Nachhaltigkeit, gute Arbeitsbedingungen und Entlohnung setzen, die Qualität im Vordergrund. Für eine qualitativ hochwertige Ware wird ein Preis gezahlt, der meist weit über dem Preis der Kaffeebörse liegt. Durch den Direkthandel werden außerdem Beziehungen zwischen Röstereien und den Kaffeefarmern aufgebaut, die langfristig angelegt sind und auf gegenseitigem Vertrauen beruhen. So haben die Bauern Gewissheit, dass ihr Kaffee auch in den Jahren danach einen Abnehmer finden wird.

Für mich macht es mehr Sinn über die Qualität des Kaffees zu gehen, ohne dabei die Nachhaltigkeit oder Arbeitsbedingungen außer acht zu lassen. Höhere Qualität = höhere Preis = besseres Einkommen für den Farmer = Verbesserung des Lebensstandards. Und hoffentlich auch bessere Entlohnung für die Erntehelfer auf der Farm. So vereinfacht stellt es sich für mich dar.

Was ist am Besten?

Sowohl die Siegel als auch deren Alternativen haben Vor- und Nachteile. Für welchen Kaffee du dich am Ende entscheidest, ist vollkommen dir überlassen. Daher kann ich dir keine Empfehlung für deine Entscheidung geben.

Für mich persönlich ist Kaffee ein Luxusgut. Ich trinke ihn täglich mit Genuss und dem (angelesenen und erlernten) Wissen, wie viel Arbeit in diesem Produkt stecken. Daher habe ich kein Problem damit für mein halbes Pfund hochwertigen Kaffee aus einer Rösterei meines Vertrauens zwischen 8 und 12 Euro zu bezahlen. Ist er zusätzlich noch direkt gehandelt, umso besser. Für mich allerdings entscheidet die Qualität und natürlich der Geschmack und nicht irgendein Siegel.

Ich hoffe, die kleine Artikelreihe hat dir gefallen. Welche Meinung vertrittst du, wenn es um die verschiedenen Zertifizierungen geht? Und worauf achtest du beim Kaffeekauf? Ich freue mich mit dir in den Kommentaren zu diskutieren.

Jetzt wünsche ich dir erst einmal eine schöne, kaffeereiche Woche.

Deine Meike

P.S.: Du hast die anderen Artikel verpasst? Hier findest du alle Artikel der Reihe:

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