Kaffeesiegel, Teil 4: Cup of Excellence & Direkthandel

Im heutigen vierten Teil stelle ich dir zwei bekannte Alternativen zu den gängigen Siegeln vor, den Wettbewerb Cup of Excellence und den Direkthandel. Beide sind darauf bedacht den Farmern Preise über dem Börsenwert für herausragende Qualität zu zahlen.

Cup of Excellence: Wettstreit der besten Kaffees

Der Cup of Excellence ist ein jährlich stattfindender Wettbewerb in kaffeeproduzierenden Ländern. Initiiert wurde dieser Wettbewerb von der gemeinnützigen Organisation Alliance for Coffee Excellence (ACE), die von George Howell und Susie Spindler gegründet wurde.

Der Wettbewerb dauert insgesamt drei Wochen. Die Farmer können ihre Kaffeeproben kostenfrei bei der ACE zur Verkostung einreichen. Nationale und internationale Jurys verkosten die Proben in mehreren Runden bis die Gewinner ermittelt sind. Die prämierten Kaffees werden anschließend per Internetauktion weltweit an Röstereien und Importeure versteigert. Die Gewinnerkaffees, die sich durch ihre außerordentlich hohe Qualität auszahlen, erzielen dabei Preise weit über dem Börsenpreis für Kaffee. Darüber hinaus gehen mehr als 80 % des Auktionserlöses an die Farmer.

Durch diesen Wettbewerb haben Farmer die Möglichkeit direkt in Kontakt mit Röstereien und Importeuren zu treten und ihren Kaffee bekannt zu machen. So können auch außerhalb des Wettbewerbs langfristige Handelsbeziehungen aufgebaut werden.

Der Cup of Excellence findet derzeit in folgenden Ländern statt: Brasilien, Burundi, Kolumbien, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Mexico, Nicaragua und Ruanda.

Weitere Informationen zum Cup of Excellence findest du auf der Seite der ACE.

Direkthandel: Farmer und Röster auf Augenhöhe

Der Direkthandel versteht sich als Gegenentwurf zu traditionellen Handels- und Zertifizierungsmodellen wie Fairtrade und Co. Röstereien und Farmer stehen dabei in engem Kontakt, lernen sich zum Teil vor Ort kennen und verhandeln die Preise gemeinsam auf der Basis nachhaltiger und langfristiger Qualität.

Vor- und Nachteile des Direkthandels

Zu den Vorteilen des Direkthandels gehören die Umgehung der Mittelsmänner, eine höhere Kontrolle über die Qualität und die Zahlung höhere Preise für den Rohkaffee, die weit höher liegen als an der Börse oder von Fairtrade angesetzt und die Produktionskosten der Farmer decken. Die Farmer müssen außerdem keine Gebühren für Mitgliedschaft oder Zertifizierung zahlen, wie bei den gängigen Siegel üblich. Der Direkthandel bietet außerdem eine hohe Transparenz für den Endverbraucher. Ein Großteil der Röstereien, die direkt mit den Farmen zusammenarbeiten, listen Herkunft und Farmer auf den Verpackungen. Auf den Internetseiten wird zum Teil Besuchen auf verschiedenen Kaffeefarmen berichtet.

Einen Nachteil hat der Direkthandel jedoch. Als Verbraucher kann man sich nicht an Standards für Umwelt- und Arbeitsschutzbedingungen orientieren, wie es bei Fairtrade, Rainforest Alliance und UTZ Certified der Fall ist. Der Fokus beider Alternativen liegt auf der guten Qualität des Rohkaffees.

Im letzten Teil der Reihe ziehe ich ein Fazit zu den Siegeln und den heute vorgestellten Alternativen. Ich hoffe, du bist wieder mit dabei.

Bis dahin wünsche ich dir eine kaffeereiche Zeit.

Deine Meike

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*