Aeropress – ein Kaffeebereiter für Experimentierfreudige

Let's play with the Aeropress

Die Aeropress ist wohl eine der kuriosesten Kaffeezubereiter, die es auf dem Markt gibt. Komplett aus BPA-freiem Plastik und mit ihrer Zylinderform wird die Aeropress ganz sicherlich keine Designpreise gewinnen. Aber bei Baristi und Kaffeeliebhabern in aller Welt hat sie einen festen Platz bei der Kaffeezubereitung eingenommen, da sie so vielfältige Möglichkeiten bietet. Somit ist sie für Experimentierfreudige ein tolles Gerät. Aber durch das leichte Gewicht schätzen auch Vielreisende, Backpacker und Campingfreunde die Aeropress. So können sie auch unterwegs eine gute Tasse Kaffee genießen.

Wer hat uns die Aeropress beschert und wie kannst du damit eine leckere Tassee Kaffee zubereiten?

Von Frisbees zum Kaffeebereiter

Die Aeropress wurde 2005 von Alan Adler erfunden, dem Inhaber der Firma Aerobie. Aerobie wurde in den 1980ern besonders bekannt mit sehr weit fliegenden Frisbees. Die Idee zur Aeropress entstand aus einer Laune heraus beim Abendessen. Adler wollte nur eine Tasse Kaffee in kurzer Zeit aufbrühen und war frustriert von den gängigen Kaffeemaschinen und anderen Brühmethoden. Im Jahr 2005 wurde die Aeropress auf dem Seattle Coffee Fest erstmals vorgestellt. Von Kaffeeliebhabern wurde die Aeropress besonders wegen der vielfältigen Zubereitungsmethoden vom Fleck weg angenommen. Allerdings kam der Erfolg nicht über Nacht. Erst das Internet brachte zwei Jahre nach erscheinen den Durchbruch, insbesondere international. Seitdem wird die Aeropress in 56 Ländern verkauft.

Im Jahr 2008 fanden zum ersten Mal die World Aeropress Championships in Oslo statt. Ins Leben gerufen von einem Norweger treten seitdem jährlich Baristi aus aller Welt an gegeneinander an, um die beste Tassee Kaffee mit der Aeropress aufzubrühen. Die Ergebnisse werden anschließend blind verkostet.

Mittlerweile erwirtschaftet der Verkauf der Aeropress die Hälfte des Gewinns der Firma Aerobie und die Nachfrage nimmt stetig zu. Seit der Markteinführung im Jahre 2005 wurden über eine Millionen Geräte verkauft, Tendenz steigend.

Ein sehr schönes und informatives Portrait über Alan Adler, den Erfinder der Aeropress von David Friedman:

Inventor Portrait: Alan Adler (AeroPress; Aerobie) from David Friedman on Vimeo.

Eine leckere Tasse Kaffee ohne Aufwand

Aeropress - perfekt für eine TasseDie Aeropress besteht aus drei Teilen: dem Brühzylinder, dem Presskolben mit Gummistopfen am Ende und dem Filterhalter. Durch Luftdruck wird das Wasser durch das Kaffeepulver und den darunterliegenden Filter in eine Tasse gepresst. Das Ergebnis ist ein sehr klare Tasse Kaffee.

Da die Zubereitung mit der Aeropress viel Raum zum Experimentieren mit Kaffeemenge, Mahlgrad und Wassertemperatur lässt, gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Rezepte, die ihr im Internet finden könnt. Es gibt allerdings zwei unterschiedliche Methoden, um den Kaffee mit der Aeropress aufzubrühen: die Standardmethode und die verkehrte Methode (auch ‚inverted‘ genannt). Bei der Standardmethode wird die Aeropress mit dem Filter nach unten auf den Becher gesetzt. So hat es der Erfinder Alan Adler auch vorgesehen. Bei der verkehrten Methode wird der Kolben bereits in den Brühzylinder gesteckt und auf den Kolben gestellt. Der Filter wird erst nach dem Ende der Ziehzeit des Kaffees aufgeschraubt, dann auf den Becher gestürzt und durchgepresst. Mit beiden Methoden kannst du experimentieren und das für dich leckerste Ergebnis herausfinden.

Zwei Rezepte für die Aeropress

Hier sind meine beiden Lieblingsrezepte für die Zubereitung von Kaffee mit der Aeropress:

Standardmethode: Das Gewinnerrezept der AeroPress-Weltmeisterschaft 2013 von Jeff Verellens.

  • 17 g Kaffee filterfein mahlen
  • Den Papierfilter durchspülen
  • Den Kaffee mit 50 g Wasser (83° C) aufgießen und 40 Sekunden quellen lassen
  • Anschließend 215 g Wasser (79° C) langsam hinzufügen, den Presskolben aufsetzen und 30 Sekunden ziehen lassen.
  • Dann 30 Sekunden lang drücken bis es zischt.

Verkehrte Methode: Von Verve Coffee Roasters in Santa Cruz, Kalifornien.

  • 14 g Kaffee, etwas feiner gemahlen als für den Filter
  • 200 g Wasser bei 93 ° C
  • Den Kolben ca. 1cm in den Zylinder stecken und die AeroPress auf den Kolben stellen.
  • Kaffee einfüllen und Wasser zugießen
  • Umrühren und 60 Sekunden warten
  • Den Filter aufsetzen, festdrehen, die Aeropress auf den Kaffeebecher stürzen und den Kolben herunterdrücken bis es zischt.

 

Weitere Rezepte findest du unter www.brewmethods.com.

Vor- und Nachteile der beiden Methoden

Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. Der große Vorteil bei der Standardmethode ist die einfachere Handhabung. Der Nachteil ist, dass während des Blooms bereits die Extraktion beginnt. Das ist bei der verkehrten Methode nicht der Fall. Außerdem kannst du bei der verkehrten Methode mit der Dauer der Ziehzeit experimentieren, was zu vielen unterschiedlichen Geschmacksergebnissen führt. Ein Nachteil bei der verkehrten Methode ist die etwas kompliziertere Handhabung beim Umdrehen, da der Zylinder heiß wird. Aber mit etwas Übung klappt es einwandfrei.

Ein Gerät, viele Möglichkeiten

Inhalt der Aeropress - Verpackung
Das ist alles bei der Lieferung dabei.

Die Vielseitigkeit der Aeropress ist das Hauptkriterium, das mich überzeugt hat. Jeder Tasse Kaffee kann individuell zubereitet werden und man kann mit Wassertemperatur und Mahlgrad spielen, um bei jeder neuen Kaffeesorte die beste Tasse Kaffee aufzubrühen. Es macht einfach Spaß. Jede Tasse schmeckt neu und anders, aber immer gut.

Ein weiteres großes Plus ist das supereinfache Reinigen. Durch das Herunterdrücken des Kolbens beim Aufbrühen wird der Zylinder bereits gereinigt. Man muss nur noch den Filterhalter und den Gummiprofen einmal abspülen. Das war’s. Einfacher geht es wirklich nicht. Das ist sicher auch ein Grund, warum die Aeropress bei Campern und Backpackern so beliebt ist. Ein weiterer Grund ist das Material. Plastik ist nicht nur leicht, sondern auch praktisch unzerstörbar. Perfekt für Vielreisende und Abenteurer. Die kleine Handmühle von Porlex passt ohne Griff sogar perfekt in den oberen Teil der Aeropress. So wird kein Platz verschenkt.

Die Aeropress wird wird allem geliefert, was du benötigst, um gleich loszulegen. Neben der Aeropress ist in der Grundausstattung ein Trichter, 350 Papierfilter mit Filterhalter, ein Messlöffel und ein Stab zum Umrühren mit dabei. Du kannst sie bei Amazon* oder Coffeecircle für ca. 30 Euro bestellen.

Hast du bereits eine Aeropress? Dann teile deine Erfahrungen und Lieblingsrezepte in den Kommentaren. Falls du noch keine hast, dann hoffe ich, dass dir dieser Artikel Lust gemacht hat, diese Art der Kaffeezubereitung auszuprobieren.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Experimentieren mit der Aeropress.

Deine Meike

* Amazon Partnerlink

2 thoughts on “Aeropress – ein Kaffeebereiter für Experimentierfreudige

  1. Hey Meike,
    du schreibst von einer „sehr klaren Tasse“. Bei mir ist das Ergebnis im Vergleich zum V60 eher trüb-milchig. Geschmacklich ohne Frage super, aber eben alles andere als klar …

    Ich mache eigentlich immer die inverted Methode, da sie – wie ich finde – einfacher zu handlen ist. Ich packe beim umdrehen einfach am Aufsteck-Kolben, der bleibt ja kalt 🙂

    1. Meike Werner

      Hallo Sinan,

      da habe ich mich wohl etwas unklar ausgedrückt. Ich meinte das auf den Geschmack bezogen :).

      Die umgedrehte Methode habe ich jetzt seit längerem nicht mehr gemacht. Danke für den Tipp. Das probiere ich mal aus.

      Viele Grüße,
      Meike

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*